Nachhaltig, effizient und leise

Seit über zwei Jahren versorgt ein Brennstoffzellen-Mikro-Blockheizkraftwerk (BZ-Mikro-BHKW) die Grundschule im Hollerbusch in Trebur-Astheim, Kreis Groß-Gerau zuverlässig mit Strom und Wärme. Installiert wurde die Anlage von der EnergieTechnik Rhein-Main GmbH (ETech) aus Groß-Gerau – einem gemeinsamen Unternehmen des Überlandwerk Groß-Gerau (ÜWG), des Zweckverbands Riedwerke und des Kreises Groß-Gerau.

Mit dem Brennstoffzellen-System konnte die Grundschule über die gesamte Betriebszeit ihre CO2-Emissionen um 9,8 Tonnen senken. Damit trägt das Projekt dazu bei, die ambitionierten Nachhaltigkeitsziele des Kreises Groß-Gerau zu erreichen und eine lebenswerte Umwelt für kommende Generationen zu erhalten.

Bei dem BZ-Mikro-BHKW handelt es sich um das Modell „BlueGen“ des Herstellers SOLIDpower GmbH. Installiert wurde das Modell im Juli 2019 von der EnergieTechnik Rhein-Main GmbH (ETech) aus Groß-Gerau – einem gemeinsamen Unternehmen des Überlandwerk Groß-Gerau (ÜWG), des Zweckverbands Riedwerke und des Kreises Groß-Gerau.

Walter Astheimer, Erster Kreisbeigeordneter des Kreises Groß-Gerau und Mitglied des Verwaltungsrats der Riedwerke zum Stellenwert des Projekts: „Der Kreis Groß-Gerau will bis spätestens 2035 klimaneutral werden und damit seinen Beitrag zum Erreichen der international beschlossenen Klimaziele leisten. Dabei setzt der Kreis stark auf die Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie. Dass die Grundschule mit dem BZ-Mikro-BHKW fast 10 Tonnen CO2 einsparen konnte, zeigt das große Potenzial dieser Technologie. Dies gilt auch für den mobilen Bereich. Hier plant die Lokale Nahverkehrsgesellschaft mbH (LNVG), ihre Dieselbusse bis 2030 u.a. durch lokal emissionsfreie wasserstoffbetriebene Brennstoffzellenbusse zu ersetzen. Das Brennstoffzellen-Projekt der Grundschule gliedert sich deshalb ideal in die Nachhaltigkeitsziele des Kreises Groß-Gerau ein.“

Hendrik Frey, einer der drei Geschäftsführer der ETech, zieht ebenfalls eine positive Bilanz: „Das BZ-Mikro-BHKW lief in den letzten zwei Jahren nahezu störungsfrei. Unsere Erwartungen an das Projekt haben sich vollständig erfüllt. Auch für den Kreis Groß-Gerau hat sich der Einsatz gerechnet. Die Schule emittiert nun weniger CO2

Jürgen Schmidt, Geschäftsführer der ETech und der ÜWG ergänzt: „Brennstoffzellen-BHKWs versorgen Gebäude umweltfreundlicher mit Strom und Wärme als herkömmliche BHKWs. Unsere Kunden schätzen vor allem, dass sie äußerst leise, vibrationsfrei und zuverlässig arbeiten. Kommunen sowie gewerbliche und private Anwender können uns gerne kontaktieren, wenn sie mit einer BZ-Mikro-BHKW-Anlage die CO2-Bilanz ihrer Gebäude verbessern möchten.“

Höhere Effizienz, geringerer CO2-Ausstoß

Im stationären Bereich spielen die mit Erdgas betriebenen Brennstoffzellen-BHKWs ihre Stärken bei der effizienten, dezentralen Produktion von Strom und Wärme aus. Im Vergleich zu klassischen, motorischen Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen (KWK-Anlagen) punkten die BZ-Systeme durch einen meist deutlich höheren elektrischen Wirkungsgrad. Dieser kann 60 Prozent und mehr betragen. Der Vorteil: Aus der gleichen Menge Erdgas kann signifikant mehr Energie in Form von Strom und Wärme gewonnen werden. So können sowohl die Energiekosten als auch die CO2-Emissionen um bis zu 40 Prozent reduziert werden.

Die in der Grundschule am Hollerbusch eingesetzte BZ-Mikro-BHKW-Anlage hat eine Leistung von 0,6 kW thermisch und 1,5 kW elektrisch. Während der 2-jährigen Betriebszeit von Juli 2019 bis Juli 2021 versorgte das Brennstoffzellen-System das Gebäude mit rund 26,1 Megawattstunden (MWh) Strom und rund 10,4 MWh Wärme. Der erzeugte Strom wurde fast zur Gänze für den Eigenbedarf genutzt. Mit der anfallenden Wärme wurden die Räume der Schule beheizt – auch während des durch die Corona-Pandemie bedingten Notbetriebs. Gefördert wurde das Projekt durch die KfW-Bank und die Mainzer Stiftung für Klimaschutz und Energieeffizienz. Die Fördersumme für die Installation der Anlage betrug insgesamt rund 12.000 Euro.