Brennstoffzellen-Blockheizkraftwerk in Trebur: Effizient, sauber und leise

Brennstoffzellen-Mikro-Blockheizkraftwerk (BZ-Mikro-BHKW)

Ein Brennstoffzellen-Mikro-Blockheizkraftwerk (BZ-Mikro-BHKW) versorgt seit mehr als sechs Monaten eine hessische Grundschule in Trebur-Astheim (Kreis Groß-Gerau) zuverlässig mit Strom und Wärme. Das Modell „BlueGen“ des Hersteller SOLIDpower GmbH im Juli 2019 wurde von der EnergieTechnik Rhein-Main GmbH (ETech) installiert. Die ETech ist ein gemeinsames Unternehmen der Überlandwerk Groß-Gerau GmbH (ÜWG), die für die Projektentwicklung verantwortlich war, sowie des Zweckverbands Riedwerke und des Kreises Groß-Gerau. Die KfW-Bank und die Mainzer Stiftung für Klimaschutz und Energieeffizienz haben den Einbau des energieeffizienten Brennstoffzellen-BHKWs mit insgesamt rund 12.000 Euro gefördert.

Seit der Inbetriebnahme wurden über 6.000 Kilowattstunden Strom und rund 2.500 Kilowattstunden Wärme erzeugt. In der Grundschule in Trebur-Astheim wird der erzeugte Strom überwiegend für den Eigenbedarf eingesetzt und die anfallende Wärme für die Gebäudeheizung genutzt. Überschüssiger Strom wird in das öffentliche Netz eingespeist. Das eingesetzte Modell BlueGen des Herstellers SOLIDpower hat eine Leistung von 0,6 kW thermisch und 1,5 kW elektrisch.

Brennstoffzellen-BHKWs sind Kraft-Wärme–Kopplungsanlagen (KWK-Anlagen) und wandeln Erdgas mit Hilfe der Brennstoffzelle in Strom und Wärme um. Gegenüber klassischen motorischen Systemen weisen Brennstoffzellen in der Regel einen deutlich höheren elektrischen Wirkungsgrad von bis zu 60 Prozent auf. So kann aus der gleichen Menge Erdgas deutlich mehr nutzbare Energie in Form von Strom und Wärme gewonnen werden, was für bis zu 40 Prozent geringere Energiekosten sorgen kann. Zugleich fallen bis zu 40 Prozent weniger CO2-Emissionen an.

Durch Brennstoffzellen-Mikro-KWK-Anlagen lässt sich der CO2-Fußabdruck von Gebäuden – sowohl bei Ein- oder Mehrfamilienhäusern als auch bei gewerblich oder kommunal genutzten Einheiten – im Schnitt um mehr als eine Tonne senken. Zum Vergleich: Der durchschnittliche CO2-Fußabdruck je Einwohner in Deutschland liegt bei ca. zwölf Tonnen pro Jahr. Perspektivisch lassen sich die ohnehin reduzierten CO2-Emissionen durch eine Umstellung auf grünen Wasserstoff langfristig sogar vollständig vermeiden.

Hessen unterstützt seit vielen Jahren Brennstoffzellen-KWK-Anlagen, die ein wichtiger Baustein für das Gelingen der Energie- und Wärmewende sind. Die LandesEnergieAgentur Hessen GmbH (LEA) setzt auch im Jahr 2020 die im Auftrag des Hessischen Wirtschaftsministeriums gestartete Informations- und Beratungskampagne fort, mit der der Markthochlauf der innovativen Brennstoffzellentechnologie unterstützt werden soll.

Mit der Kampagne informiert die LEA Verbraucher und potenzielle gewerbliche Nutzer über die Technologie und das aktuelle Förderangebot sowie die praktische Umsetzung mit dem Anlagenbetrieb. Ein wesentlicher Bestandteil ist dabei auch das Angebot einer kostenfreien Orientierungsberatung: Interessierte können eine Checkliste ausfüllen und an die LEA schicken; daraufhin erhalten sie eine qualifizierte Ersteinschätzung, ob das jeweilige Objekt sich für eine Brennstoffzellenheizung eignet und wie die weiteren Schritte in Richtung Realisierung aussehen.

Jürgen Schmidt, Geschäftsführer der ETech und der ÜWG sowie stellvertretender Vorsitzender der Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Initiative Hessen e.V. zeigt sich erfreut über die positiven Ergebnisse des Praxistests: „Die ersten sechs Monaten haben gezeigt, dass die Technologie zuverlässig und störungsfrei funktioniert. Da Brennstoffzellen-BHKWs Strom und Wärme umweltfreundlicher produzieren als herkömmliche BHKWs und dabei absolut leise und vibrationsfrei arbeiten, sind diese Geräte äußerst attraktiv für unsere Kunden. Wir planen daher, in Zukunft weitere Projekte mit Brennstoffzellen-BHWKs zu starten.“

Sowohl private als auch gewerbliche Anwender und Kommunen können Investitionszuschüsse für den Einbau innovativer Brennstoffzellensysteme in Wohn- und Nichtwohngebäude beantragen. Dafür hat die KfW im Auftrag des Bundes das Programm 433 „Energieeffizientes Bauen und Sanieren – Zuschuss Brennstoffzelle“ aufgelegt. Die Höhe des Zuschusses beträgt, abhängig von der elektrischen Leistung, zwischen 7.050 und 28.200 Euro.