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Dienstag, 23.08.2016

Geothermie Trebur: Bohrung nicht fündig

Überlandwerk Groß-Gerau GmbH stoppt Arbeiten für Geothermiekraftwerk

Ende März 2016 starteten die Bohrarbeiten auf dem Bohrplatz der Überlandwerk Groß-Gerau GmbH und ihrer Tochtergesellschaft ÜWGeo GmbH östlich von Trebur. Seitdem hat sich der Bohrmeißel im Bohrloch erfolgreich bis in die Tiefe von 4.185 Meter vorgearbeitet. In den letzten Tagen wurde die geplante Zieltiefe der letzten von fünf Bohrsektionen erreicht. Erste Untersuchungen der Bohrung zeigten, dass entgegen den Erwartungen nicht ausreichend Thermalwasser  vorhanden ist und man davon ausgehen kann, dass die Bohrung als nicht fündig eingestuft werden muss. Nach Rücksprache mit externen Experten hat sich die ÜWG-Geschäftsführung entschieden, auf weitere Fördertests zu verzichten und das Tiefen-Geothermie-Projekt zu beenden. Im Rahmen einer Pressekonferenz teilte ÜWG-Geschäftsführer Detlev Höhne mit, dass die Bohrarbeiten mit sofortiger Wirkung beendet wurden und keine zweite Bohrung mehr erfolgen wird. 

Detlev Höhne: „Unser Ziel war es, Hessens erstes Tiefengeothermiekraftwerk zu errichten, um umweltfreundlich Strom und Wärme für die Region erzeugen zu können. Im Rahmen der Vorplanung haben wir immer wieder betont, dass das Hauptrisiko der Bohrung in der Fündigkeit liegt. Unsere Berater haben zwar immer wieder erläutert, dass es sehr wahrscheinlich sei, dass wir heißes Wasser in ausreichender Menge finden, Gewissheit konnte uns aber nur eine erste Erkundungsbohrung bringen. Leider müssen wir heute feststellen, dass wir kein ausreichendes Thermalwasser gefunden haben und das Projekt an dieser Stelle beenden müssen.

Mit dieser Bohrung haben wir im nördlichen Oberrheingraben Neuland betreten. Es gab zwar in den letzten Jahrzehnten zahlreiche Bohrungen der Öl- und Gasindustrie, bisher wurde dabei noch nicht in so tiefe Gesteinsschichten vorgedrungen. Jeder Meter Bohrfortschritt brachte uns und den beteiligten Wissenschaftlern einen Erkenntnisgewinn. Eine erste vor-Ort Analyse zeigte, dass einige der angetroffenen Gesteine noch nie im Rotliegenden des nördlichen Oberrheingrabens beschrieben wurden und deshalb im Bereich der Bohrungen nicht erwartet werden konnten. Diese Erkenntnisse bleiben glücklicherweise für die Nachwelt erhalten und werden bei zukünftigen wissenschaftlichen Arbeiten über die Geologie des Oberrheingrabens sicherlich eine sinnvolle Anwendung finden. Für uns ist mit dem heutigen Tage das Kapitel Tiefengeothermiekraftwerk beendet“.

Höhne erklärte, dass man in den kommenden Monaten prüfen werde wie es weitergeht: „Wir denken derzeit über zwei Szenarien nach. Zum einen wäre ein kompletter Rückbau des Bohrplatzes inklusive der Verfüllung des Bohrlochs möglich. Zum anderen habe ich die Experten gebeten zu prüfen, ob es eine weitere energetische Nutzung des trockenen Bohrlochs gibt. Denkbar wäre beispielsweise eine Tiefe-Erdwärmesonde, um Heizenergie für beispielsweise angrenzende landwirtschaftliche Betriebe oder Gewerbebetriebe zu gewinnen. Eine solche Erdwärmesonde gibt es bereits im hessischen Heubach. Gemeinsam mit den Experten und unseren Aufsichtsgremien werden wir in den nächsten Wochen beraten, wie es weiter gehen soll. Selbstverständlich werden wir im Rahmen einer Bürgerinformationsveranstaltung die Öffentlichkeit über die nächsten Schritte informieren“.